Hintergründe

Bekanntlich hat die Emittentin Morgan Stanley Real Estate Investment GmbH (im folgenden auch „Morgan Stanley“) die Anteilsrücknahme ihres offenen Immobilienfonds Morgan Stanley P2 Value bereits im zweiten Jahr ausgesetzt. Der Anteilswert des Fonds ist kontinuierlich gesunken, der Rücknahmepreis wird aktuell (Stand 04.11.2010) auf € 27,55 gestellt (vgl. www.morganstanley-p2value.de). Da die Anteilsrücknahme ausgesetzt ist, steht dieser Preis nach unserer Einschätzung aber lediglich „auf dem Papier“. Die tatsächliche Marktsituation spiegelt der sogenannte Sekundärmarkt wieder. Danach wird der Fondsanteil beispielsweise am 05.11.2010 an der Hamburg-Hannover Fondsbörse Deutschland lediglich mit € 19,27 gehandelt.

Nunmehr steht fest, dass die Emittentin die Rücknahme der Fondsanteile nicht wieder aufnehmen wird und der Fonds liquidiert wird. Weiter hat die Morgan Stanley Real Estate Investment GmbH den Verwaltervertrag zum 30.09.2013 gekündigt. Die Immobilien des Fonds müssen nun verkauft werden. Da die Fondsgesellschaft hierbei unter zeitlichem Druck steht ist zu befürchten, dass keine marktgerechten Preise erzielt werden können. Es drohen den Anlegern daher weitere Verluste. Zudem steht fest, dass die geschädigten Anleger noch lange auf die Rückzahlung ihres Geldes warten müssen. Seitens der Fondsgesellschaft ist geplant, halbjährliche Teilrückzahlungen vorzunehmen. Bis der P2 Value endgültig liquidiert sein wird, werden Jahre vergehen.

Update Februar 2016

OLG Frankfurt erlässt Musterentscheid – Rechtsbeschwerde beim BGH eingelegt

Das Oberlandesgericht Frankfurt hat in Sachen Morgan Stanley P2 Value über unsere Musterfeststellungsanträge entschieden und einen Musterentscheid erlassen. Das Oberlandesgericht Frankfurt hat uns in einem Punkt Recht gegeben und das entsprechende Feststellungsziel festgestellt, die übrigen gewünschten Feststellungen jedoch nicht getroffen. Im Ergebnis war das Oberlandesgericht Frankfurt der Auffassung, dass die von Morgan Stanley verwendeten Prospekte nicht anzugreifen seien und insbesondere die Risiken des Fonds ausreichend dargestellt wurden.

Wir halten diese Entscheidung des Oberlandesgerichts Frankfurt für falsch und sind weiterhin der Auffassung, dass die Prospekte Fehler enthalten und den Anlegern Schadensersatzansprüche zustehen. Wir haben daher gegen den Beschluss des Oberlandesgerichts Frankfurt Rechtsbeschwerde beim Bundesgerichtshof eingelegt. D.h., dass das Musterverfahren nunmehr beim Bundesgerichtshof fortgeführt wird und der Bundesgerichtshof in letzter Instanz zu entscheiden hat, ob Schadensersatzansprüche bestehen.

P2 Video (Oktober 2012)

Rechtliche Ansatzpunkte

Nach unserer übereinstimmenden Rechtsauffassung können Anleger des Fonds Ansprüche gegenüber der Emittentin Morgan Stanley Real Estate Investment GmbH erfolgreich gelten machen. Und zwar unabhängig davon, ob sie zwischenzeitlich ihre Anteile verkauft haben (Fallgruppe des sogenannten Differenzschadens) oder die Anteile noch halten (Fallgruppe des sogenannten Rückabwicklungsschadens).

Die PIA ist gerne bereit, eine Rechtsvertretung von Anlegern gegenüber der Morgan Stanley Real Estate Investment GmbH zu übernehmen. Interessenkonflikte gegenüber dieser Emittentin haben wir nicht.

Unser Ansatzpunkt geht dabei auf die komplette Rückgängigmachung der Fondsanteilserwerbe. Unsere Gesamtstrategie ist darauf gerichtet, eine möglichst große Anlagesumme zu vertreten, um solchermaßen „auf Augenhöhe“ Verhandlungen mit der Emittentin zu führen. Nach unserer festen Überzeugung ist nur die größtmögliche Bündelung von Anlegerinteressen und deren Geltendmachung aus einer Hand im vorliegenden Fall der Weg zum Erfolg. Wenn die Anlegerinteressen quasi „atomisiert“ sind und die Anleger von einer Vielzahl einzelner Anwaltsbüros vertreten werden, die schon aus Gründen der normalen Abstimmungsschwierigkeiten untereinander nicht die erforderliche Abstimmung und Einheitlichkeit erzielen können, wird es für die Emittentin leicht sein, sich einer Regulierung des entstandenen Schadens zu entziehen.

Ablauf

Noch kurz ein Wort zum ungefähren Ablauf des weiteren Verfahrens bei einer Mandatierung der in der PIA ProtectInvestAlliance Rechtsanwaltsgesellschaft mbH zusammengeschlossenen Kanzleien:

Unmittelbar nach Eingang der vollständigen Unterlagen des einzelnen Mandanten werden wir mit unserer Arbeit für den betreffenden Mandanten beginnen. In einem ersten Schritt werden wir nach Erfassung und Konkretisierung der einzelnen Ansprüche des Anlegers diese gegenüber der Anspruchsgegnerin Morgan Stanley Real Estate Investment GmbH anmelden. Damit beginnen wir die außergerichtliche Auseinandersetzung mit Morgan Stanley.

Parallel dazu wird eine eventuell vorhandene Rechtsschutzversicherung zur Erteilung einer sogenannten Deckungszusage aufgefordert, deren Vorliegen den jeweiligen Mandanten von den Kosten freistellt. Außerdem werden wir in allen Fällen unsere Kostenrechnung über das mit Mandatierung fällige Pauschalhonorar an den Mandanten schicken. Soweit später dann Zahlungen einer eventuell vorhandenen Rechtsschutzversicherung erfolgen, werden die bis dahin vom Mandanten erbrachten Zahlungen an diesen zurück überwiesen, mit Ausnahme eines eventuellen Selbstbehaltes.

Über den Verlauf der außergerichtlichen Verhandlungen werden die Mandanten dann stets zeitnah informiert. Am Ende des außergerichtlichen Verfahrens steht dann entweder ein Vergleichsabschluss mit Morgan Stanley oder die Entscheidung über weiterführende Schritte.

PIA - ProtectInvestAlliance - wer sind wir?

Die PIA ProtectInvestAlliance Rechtsanwaltsgesellschaft mbH ist die auf Großschadensfälle spezialisierte Kanzleiplattform der beiden Kapitalmarktkanzleien NIEDING + BARTH Rechtsanwaltsaktiengesellschaft, Frankfurt am Main, und TILP Rechtsanwaltsgesellschaft mbH, Kirchentellinsfurt.

Wir sind eine Anwaltskooperation zweier deutscher Anlegerschutzkanzleien, die seit über 15 Jahren aktiven Anlegerschutz betreiben und zu den Marktführern im Kapitalanlagerecht und im Bereich der Vertretung geschädigter Anleger und Investoren zählen. Durch unsere Kooperation haben wir eine einschlägig spezialisierte Größeneinheit geschaffen, die derzeit keine andere in diesem Bereich tätige Rechtsanwaltskanzlei erreicht.

Wir verfügen über umfassende Erfahrung im „Handling“ großer Schadensfälle und betreuen aktuell zahlreiche institutionelle Investoren sowie rund 10.000 geschädigte Privatanleger in den sogenannten „Massenschadensfällen“ Phoenix, AMIS, AHBR , DBVI und Kiener. Beide Kanzleien zusammen erstritten bis dato mehr als 100 Entscheidungen des Bundesgerichtshofes von grundsätzlicher Bedeutung für den Schutz von Investoren.

18.11.2010

Börse Online 47/2010

Rechtsanwalt Klaus Nieding zur Rechtslage bei offenen Immobilienfonds

Fragen und Antworten:

Morgan Stanley zur Auflösung und Auszahlung des P2 Value

26.10.2010

Pressemitteilung von Morgan Stanley

Offizielle Stellungnahme zur endgültigen Schließung des P2 Value.

25.10.2010

Mitteilung von Morgan Stanley zur Schließung des P2 Value

Mit dieser Mitteilung wurden die Vertriebsgesellschaften vom endgültigen Aus des P2 Value unterrichtet.

06.09.2010

Pressemitteilung von Morgan Stanley

Am 6. September 2010 ist der Anteilwert des Morgan Stanley P2 Value um 6,66 Euro auf 29,83 Euro gesunken (Stand 07.09.2010).

22.07.2010

Pressemitteilung von Morgan Stanley

Am 22. Juli 2010 ist der Anteilwert des Morgan Stanley P2 Value um 4,43 Euro auf 36,32 Euro gesunken (Stand 26.07.2010).